Friedensnoten
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Der Zenit der Friedensbewegung
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Der Zenit der Friedensbewegung

Die Metal-Band „System of a Down“ hielt in ihrem Musikvideo zu „Boom!“ die weltweit größten Friedensdemonstrationen gegen den Irakeinsatz der USA fest.

Am 15. Februar 2003 demonstrierten weltweit rund zehn Millionen Menschen gegen den von den USA seinerzeit geplanten Irakkrieg. Die Proteste fanden in über 600 Städten statt. Es war die bis dato größte Friedensdemonstration überhaupt.

Mit dabei war auch die Metal-Band System of a Down, die in ihrer Heimatstadt Los Angeles zusammen mit weiteren 30.000 Menschen auf die Straße ging. Die Gruppe war schon damals für ihre amerikakritische Haltung bekannt. Die Texte drehten sich meist um Themen wie Krieg und Frieden, Gehirnwäsche und Gedankenkontrolle oder auch um Profitgier und Ungerechtigkeit. Ihre Alben erschienen bei dem Plattenlabel „American Recordings“, dessen Produkte mit einer auf dem Kopf stehenden US-Flagge versehen waren — ein Symbol dafür, mit der politischen Ausrichtung des Landes nicht übereinzustimmen.

Das Besondere an der Friedensdemo in Los Angeles war jedoch, dass System of a Down dort ihren Videoclip zu „Boom!“ drehten, der Single-Auskopplung ihres im November 2002 erschienenen Werks „Steal This Album“.

Erschienen
10. Dezember 2022
Lesezeit
ca. 3 Min.
Song
Boom!
Album
Steal This Album!, 2002

Das Video zu dem Song war eigentlich als Protest gegen den Irakkrieg gedacht. Wir wollten es vor Kriegsausbruch rausbringen, wurden aber erst fertig, als der Krieg begann. Somit war im Grunde alles umsonst.

sagte Sänger und Frontmann Serj Tankian hinterher.

In dem Video selbst sind die Bandmitglieder zu sehen, wie sie im Demonstrationszug mitlaufen, mit Handycams die Geschehnisse vor Ort filmen und Protestierende interviewen. Deren Aussagen wurden später ebenfalls in das Video eingearbeitet. Es war wirklich sehr cool, herumzulaufen und die Leute zu fragen, warum sie auf die Demo gehen, und deren Geschichten zu hören, erklärte Tankian.

Zudem enthält das Video einen kleinen Zeichentrickfilm, in dem die damaligen Protagonisten, US-Präsident George W. Bush, der irakische Präsident Saddam Hussein, der britische Premier Tony Blair und Al-Kaida-Chef Osama bin Laden, auf Raketen durch die Lüfte fliegen. Dazu singen System of a Down: „Why must we kill our own kind?“ Regie bei dem Video führte kein Geringerer als der US-Filmemacher Michael Moore, der seinerzeit mit Dokumentationen wie „Bowling for Columbine“ und „Fahrenheit 9/11“ einen Kassenschlager nach dem anderen landete.

Auch in „Boom!“, also dem Musikstück selbst, gibt es einige interessante Details zu entdecken. So enthält der Songtext eine Anspielung auf das Buch „Manufacturing Consent“ des US-Intellektuellen Noam Chomsky, das 2002 neu aufgelegt wurde und sich inhaltlich mit der „systemerhaltenden Rolle“ der US-Medien beschäftigt. Außerdem greift die Band ein Thema von „Mars, the Bringer of War“, dem ersten Satz aus der Orchestersuite „The Planets“ des britischen Komponisten Gustav Holst auf, die dieser während des Ersten Weltkriegs komponierte.

Letztendlich hat sich herausgestellt, dass System of a Down und all die anderen Demonstranten, die 2003 gegen den Irakkrieg auf die Straße gingen, richtig lagen. Denn all die Kriegsgründe, welche die US-Regierung seinerzeit anführte, gab es tatsächlich gar nicht. Der Irak unterhielt weder enge Verbindungen zu dem Terrornetzwerk Al Kaida, noch produzierte er Atomwaffen, noch verfügte er über einsatzfähige biologische und chemische Massenvernichtungswaffen. Die Beweise, die der damalige US-Außenminister Colin Powell dem UN-Sicherheitsrat vorlegte, hatten sich im Nachhinein als Fake News entpuppt. Dafür hat der Irakkrieg aber am Ende mindestens 120.000 Menschen das Leben gekostet, wie US-Wissenschaftler zehn Jahre später ermittelten.

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