
Weiblichkeit kennt keinen Krieg
In das Gefühl der Mutterliebe einzutauchen gibt uns die Fähigkeit, jederzeit Frieden zu erschaffen.
Es wird höchste Zeit für einen friedlichen Aufstand von Frauen, die sagen: „Mit uns nicht!“ Im Oktober 2016 brachen Tausende Frauen jüdischer und palästinensischer Herkunft von Nord-Israel auf und marschierten nach Jerusalem. Zweck des „March of hope“: die Forderung nach Frieden. Ein schönes Video der israelischen Sängerin und Friedensaktivistin Yael Deckelbaum zeigt diese Demonstration und wurde weltberühmt. Nichts geht tiefer als Mutterliebe. Die Autorin präsentiert hier drei Lieder, die zugleich berührende weibliche Visionen für den Frieden sind.
Wir Mütter könnten jederzeit einen Krieg beenden. Sagen wir unseren Söhnen einfach, dass sie die Waffen niederlegen und nach Hause kommen sollen. Wer würde da schon widersprechen.
Nicht die einzigen Sätze, die mir von Yael Deckelbaum, einer Sängerin und Friedensaktivistin aus Israel, im Gedächtnis bleiben. Sie ist eine Inspiration für meine Friedens- und Frauenarbeit seit so vielen Jahren.
Das erste Mal nahm ich Yael 2016 wahr. Ich hörte von kilometerlangen Friedensmärschen, den „Marches of Hope“: Israelische und arabische Frauen marschieren hier gemeinsam für den Frieden aus dem Norden Israels bis nach Jerusalem. Einer ihrer bekanntesten Songs „Prayer of the mother“ wird zur Hymne und dokumentiert gleichzeitig im dazugehörigen Video die bewegenden Momente des Marsches.
Weibliche Visionen – Berührende Momente mit Yael Deckelbaum
Yael ist eine Pionierin in einer noch sehr jungen Frauen-Friedens-Bewegung, einer Bewegung, in der es für mich primär um das Begegnen und Erkennen geht. Ich erkenne mich in der anderen Frau, fühle ihre Mutterliebe, ihre Ängste und ihren Schmerz. Auf dieser Ebene ist kein Krieg mehr möglich. Es wäre das Ende von „Gut & Böse“ oder „Freund & Feind“.
Gleichzeitig ist es ein Aufruf an alle Frauen, Verantwortung zu übernehmen. Immer und immer wieder daran zu erinnern, dass wir alle Brüder und Schwestern, Mütter und Väter, Töchter und Söhne sind. Es ist an der Zeit, den Sprung in ein Zeitalter zu wagen, in dem wir endlich anerkennen, dass jeder Mensch ein Recht auf Frieden und Gleichberechtigung hat, und dass es die Aufgabe von uns allen ist, dafür Sorge zu tragen.
Im Rahmen meiner Friedensarbeit in den vergangenen drei Jahren durfte ich Yael Deckelbaum einige Male persönlich treffen und mit ihr in den Austausch gehen. Dabei ist unter anderem im Sommer 2021 ein wundervolles Interview über ihre Arbeit und ihre Erkenntnisse der Zeit im Aktivismus entstanden.
Weibliche Visionen – Berührende Momente mit Yael Deckelbaum
War is not a Woman’s Game- A call to all my sisters
Im September 2022 haben wir als „Women for Peace“-Team ein unvergessliches Konzert mit Yael Deckelbaum in der Genezarethkirche in Berlin-Neukölln veranstaltet. Während dieses Events wurde ein Aufruf an alle Frauen der Welt gerichtet, sich an dem Video für „War is not a Woman’s Game“ zu beteiligen. Dank der großartigen Menschen vor Ort, der einzigartigen Kulisse und natürlich Yael selber ist daraus ein eigener Song samt Videoentstanden.
Der magischste Moment an dem Abend, vielleicht sogar meiner gesamten Zeit im Aktivismus, ereignete sich am Ende des Konzertes. Eine Frau aus Palästina trat in den Kreis und ging mit den Worten „Ich hasse Dich nicht“ auf Yael zu. Nach einer sehr intensiven Umarmung bekam sie die Gelegenheit, uns allen ihre Geschichte zu erzählen und mit uns gemeinsam dafür zu beten, dass sie am Ende ihres Lebens in ihrem Heimatland sterben darf.
Genau darum geht es für mich: Zuhören und hineinspüren, was es braucht, um in den inneren Frieden zu kommen, der letztlich die Voraussetzung für Weltfrieden ist.
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